Zahlungsverzug bei Kreditraten – das sollten Sie wissen

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Wer in Zahlungsverzug bei der Kreditrate gerät, sollte vor allem einen kühlen Kopf bewahren. Lösungsmöglichkeiten gibt es viele, zumal die meisten Kreditgeber die Situation kennen: Ob kurzfristiger Kredit oder längerfristig, häufig sind die Notlagen unverschuldet. Das sicher geglaubte Einkommen fällt weg, ein finanzieller Engpass entsteht. Verhaltenstipps und Lösungsmöglichkeiten finden Sie hier.

Zahlungsverzug: Was ist daran so schlimm?

Der Zahlungsverzug bei der Kreditrate ist kein Kavaliersdelikt. Sie haben bei einem Kredit vertraglich die fristgerechte Zahlung der Kreditrate vereinbart. Daran sind Sie nun gebunden, auch bei finanziellem Engpass. Halten Sie die Frist nicht ein, und sei es auch nur einmal, darf der Kreditgeber zu Recht beunruhigt sein. Immerhin kann er nun nicht mehr sicher sein, ob er sein Geld überhaupt noch einmal zurückbekommt. Schließlich sind Sie schon in Verzug bei der Kreditrate!

Darum wird er den Druck auf Sie erhöhen. Hier soll Ihnen deutlich gemacht werden, dass es für Sie sehr teuer wird, wenn Sie die Kreditrate weiter unpünktlich oder gar nicht zahlen. Ein kleiner, kurzfristiger Kredit wird dabei ebenso gnadenlos geahndet, wie eine Kreditrate bei größerer Gesamtsumme.

Wann Sie im Zahlungsverzug sind

Selbst beim Verzug mit nur einer Kreditrate sind Sie schon im Zahlungsverzug. Und das bereits einen Tag nach der vereinbarten Frist. Haben Sie also eine Zahlung zum 15. des Monats vereinbart, darf der Kreditgeber Sie am 16. des Monats mahnen.

Gründe für Zahlungsverzug sind vielfältig

Ein finanzieller Engpass kann jeden treffen, denn Gründe gibt es dafür viele. Der insolvente Betrieb, die fristgerechte Kündigung, die längere Krankheit – all das wirkt sich auf die Zahlungsfähigkeit aus. In den meisten Fällen leidet das Einkommen. Und eben das ist die Grundlage für die pünktliche Zahlung der Raten bei einem Kredit.

Regel Nr. 1 – Kontaktieren Sie frühzeitig den Kreditgeber!

Auch ein kurzfristiger Kredit kann zu Zahlungsverzug führen. Zum Glück lassen die meisten Kreditgeber mit sich reden. Schließlich haben auch sie ein Interesse daran, ihr Geld zurückzubekommen. Gemeinsam mit Ihnen geht der Kreditgeber dann die Lösungsmöglichkeiten durch. Das kann er aber nur, wenn Sie ihm die Möglichkeit dazu geben.

Droht bei einem Engpass darum Verzug bei der Kreditrate, lassen Sie es gar nicht erst zum Zahlungsverzug kommen. Gehen Sie von sich aus auf den Kreditgeber zu, so früh es Ihnen möglich ist! Sobald sich also abzeichnet, dass Sie in Zahlungsverzug mit der Kreditrate geraten könnten, suchen Sie das Gespräch über Lösungsmöglichkeiten. Bei lang anhaltendem Verzug bei der Kreditrate erwartet Sie nämlich eine ganze Reihe an Strafmaßnahmen.

Zahlungsverzug – das erwartet Sie

Schon einen Tag nach der vereinbarten Frist sind Sie im Zahlungsverzug. Ab da kann das Finanzinstitut eine Mahnung schicken. Natürlich tun das wenige so rasch, allerdings nur aus organisatorischen Gründen. Rechnen Sie mit einem ersten Mahnschreiben ein bis vier Wochen nach Zahlungsverzug bei der Kreditrate. Im Mahnschreiben werden Sie zur Zahlung der Kreditrate aufgefordert, eine Frist wird Ihnen gesetzt. Bleiben Sie bei einem Engpass weiter in Verzug mit der Kreditrate, droht die Kündigung des Vertrags.

Regel Nr. 2 – Vermeiden Sie unbedingt die Kündigung vonseiten des Kreditgebers!

Kündigt man Ihnen aufgrund von Verzug bei der Kreditrate Ihren Kredit, dann sind Sie nicht etwa die Zahlungen los. Vielmehr müssen Sie alles auf einmal zurückzahlen, nicht nur die einzelne Kreditrate. Das ist besonders bei größeren Summen praktisch unmöglich – schließlich können Sie ja noch nicht einmal eine Kreditrate pünktlich zahlen. Die Bank hält sich beim Kredit nun an das, was noch da ist: Ihre Kreditsicherheit. Als Kreditsicherheit galt in den meisten Fällen das Einkommen. Bei weiterem finanziellem Engpass droht die Pfändung.

Zahlungsverzug: Fristen beachten!

Besteht Zahlungsverzug bei der Kreditrate, muss sich auch die Bank an bestimmte Fristen halten. Immerhin soll Ihnen die Möglichkeit eingeräumt werden, das Ganze doch noch zu bereinigen. Erst dann, wenn Sie seit sechs Wochen in Verzug bei der Kreditrate sind, spricht man von Terminverlust. Zudem müssen Sie auf Mahnschreiben länger als zwei Wochen nicht reagiert haben. Dann erst darf das Kreditinstitut wegen Verzug bei der Kreditrate eine Pfändung beantragen. Das geschieht beim Bezirksgericht – und kommt in der Regel durch.

Regel Nr. 3 – Schätzen Sie Ihre Lage realistisch ein!

Zahlungsverzug an sich ist darum nicht so schlimm wie die berühmte Vogel-Strauß-Politik in Bezug auf die Kreditrate. Bedenken Sie, dass auch staatliche Leistungen wie etwa Arbeitslosengeld gepfändet werden können! Für Arbeitnehmer kommt eine ganz besondere Peinlichkeit hinzu: Der Arbeitgeber erfährt von ihrem Zahlungsverzug, denn die Bank setzt ihn in Kenntnis. Das muss sie tun, weil ab sofort das Gehalt nicht mehr an den Arbeitnehmer geht, sondern an die Bank. Jedenfalls zum größten Teil – ein Existenzminimum wird jedem zugestanden.

Sie können derlei Unannehmlichkeiten mit Verhandlungen über die Kreditrate vermeiden. Sprechen Sie über Ihren Verzug bei der Kreditrate mit der Bank! Sie bietet Ihnen gewiss passende Lösungsmöglichkeiten. Im Vorfeld machen Sie sich ehrlich Gedanken darüber, ob der Engpass länger dauern wird. Indem Sie möglichst noch vor Verzug bei der Kreditrate die Bank kontaktieren, vermeiden Sie zudem vor allem teure Folgekosten beim Zahlungsverzug. Die liegen vor allem an Verzugszinsen und Mahngebühren.

Deshalb wird ein Zahlungsverzug so teuer:

  • Mahngebühren
  • Verzugszinsen

Mahngebühren bei Ausbleiben der Kreditrate: Deren Höhe bleibt dem Kreditgeber überlassen. Viele Kreditgeber schöpfen bei den Mahngebühren aus dem Vollen, weil gesetzlich nur die Rede davon ist, dass sie “angemessen” sind. Was aber angemessen ist, erfahren Sie nie.

Tipp: Übersteigt die Höhe der Mahngebühren die Höhe der Raten, stimmt etwas nicht. Holen Sie sich in dem Fall Hilfe, am besten bei einer Schuldnerberatung.

Verzugszinsen bei Ausbleiben der Kreditrate: Sie liegen derzeit bei maximalen fünf Prozent über den Nominalzinsen, das sind die aus der Kreditrate. Zahlen Sie also zwei Prozent Nominalzinsen, können bei Zahlungsverzug bis zu sieben Prozent Verzugszinsen gefordert werden. Die meisten Banken gehen nach Verzug bei der Kreditrate durchaus an diese Schmerzgrenze.

Zahlungsverzug vermeiden – Lösungsmöglichkeiten

  • Ratenpausen vereinbaren – Stundung
  • Laufzeit verlängern – dann kleinere Raten
  • Teilschuld erlassen
  • Umschulden

Zahlungsverzug vermeiden: Ratenpausen

Bei Stundung oder auch Ratenpausen wird die Rückzahlung ausgesetzt. Allerdings machen Sie wirklich nur Ratenpausen – die Zinsen müssen Sie weiter zahlen. Nach Ablauf der vereinbarten Ratenpausen zahlen Sie dann auch die Raten wieder. Gängig sind ein bis drei Monate bei Ratenpausen, in denen Sie ihren finanziellen Engpass überwunden haben sollten. Insgesamt wird der Kredit mit Ratenpausen teurer, weil Sie mehr Zinsen zahlen. Besonders ein kurzfristiger Engpass lässt sich damit aber gut überbrücken.

Zahlungsverzug vermeiden: Laufzeit verlängern

Durch die längere Laufzeit senken Sie Ihre Kreditrate insgesamt. Zwar wird ebenfalls der Gesamtbetrag teurer, denn die Zinsen summieren sich. Dennoch bevorzugen viele Kreditnehmer diese Variante. Der Grund: Hier verringert sich der finanzielle Druck auf lange Sicht erheblich. So können Sie bei einem langfristigen finanziellen Engpass ihre Kreditrate wieder pünktlich zahlen!

Zahlungsverzug vermeiden: Teilschuld erlassen

Hilft gar nichts mehr, fragen Sie danach, ob Ihnen eine Teilschuld erlassen werden kann. Die Alternative lautet für viele Kreditnehmer, dass das Geld futsch ist, und zwar alles. Erstaunlich viele Kreditinstitute lassen sich darum bei Zahlungsverzug auf das Erlassen einer Teilschuld ein.

Zahlungsverzug vermeiden: Umschuldung

Umschulden ist bei anhaltendem Verzug bei der Kreditrate eine interessante Lösung. Es bedeutet: Sie holen sich einen weiteren Kredit dazu, mit dem Sie die Restschulden bedienen. Das Problem dabei ist klar: Umschulden bei Zahlungsverzug kann gefährlich sein. Erhalten Sie aber einen günstigeren Kredit mit geringerer Kreditrate, können Sie hier sogar profitieren. Vorausgesetzt, Ihre Zinsen sind nun günstiger und Sie tilgen den ersten Kredit komplett, kommt der zweite Kredit Sie dann auf jeden Fall günstiger.

Kurzfristiger Kredit – die Lösung?

Vermeiden Sie Mahngebühren und Verzugszinsen! Besser als das wahllose Borgen im Freundeskreis ist das Umschulden allemal. Ein kurzfristiger Kredit hilft hier schon weiter. Nutzen Sie einen Kreditrechner zum Vergleich der Konditionen. Kreditrechner geben Ihnen die Höhe der effektiven Jahreszinsen bekannt. Ebenso erfahren Sie mehr über Kreditrate, Laufzeit und Gesamtkosten für Ihren Kredit. Ob kurzfristiger Kredit oder längerfristig: All das ist unverbindlich.

So hilft ein kurzfristiger Kredit bei einer Umschuldung. Beachten Sie aber wie bei jedem Kredit: Ein kurzfristiger Kredit kann zu weiterem Zahlungsverzug führen. Zwar bietet so ein kurzfristiger Kredit zunächst finanzielle Entspannung. Kommen Sie aber langfristig nicht zurecht, suchen Sie sich professionelle Hilfe!

Fazit – Reden ist Gold!

Bei Zahlungsverzug sollten Sie frühzeitig den Kreditgeber informieren! Vor allem, wenn Sie längerfristig Ihre Kreditrate nicht bedienen können, sonst zahlen Sie für den Kredit teure Mahngebühren. Viele Kreditinstitute haben Lösungsmöglichkeiten für solche Fälle parat, von kurzfristiger Kredit bis Stundung der Kreditrate.

Einige Lösungsmöglichkeiten sind dann für Sie zwar teurer. Am Ende konnten Sie aber Ihren Verpflichtungen nachkommen – wichtig für Ihre Kreditwürdigkeit!

Auch eine Umschuldung kommt infrage. Ein kurzfristiger Kredit mit günstigeren Zinsen hilft Ihnen sogar dabei, Geld zu sparen. So überbrücken Sie Ihren finanziellen Engpass!

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