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Zahlungsverzug – die Folgeschäden einer Mahnung für den Schuldner

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Zu den Quellangaben

Der Zahlungsverzug gehört zu den am meisten als “Kavaliersdelikt” bezeichneten Schulden. Dabei hat eine Mahnung für den Schuldner gravierende Folgelasten, da sie mit einem Eintrag in der Schufa einhergeht und die Bonität nachhaltig schädigt. Hier sollten Sie wissen, dass es sich beim Zahlungsverzug in den seltensten Fällen um eine “Böswilligkeit”, sondern viel häufiger um die vergessene Frist einer Forderung handelt.

Das ist wichtig

Für den Gläubiger spielt der Grund des Zahlungsverzug keine Rolle. Für ihn zählt die Frist, zu der Ihre Zahlung nicht eingetroffen ist. Im Regelfall wird zwar nicht gleich ein Mahnverfahren eingeleitet, da Sie in Form von Zahlungserinnerungen eine Chance auf die Begleichung der Außenstände erhalten.

Dennoch sollten Sie einen Zahlungsverzug und auch eine Zahlungserinnerung nicht unterschätzen. Leisten Sie trotz mehrmaliger Aufforderung keine Zahlung, kann es über die Mahnung bis hin zum gerichtlichen Mahnverfahren bis hin zur Pfändung kommen.

FAQ zum Zahlungsverzug

Fälligkeit überschritten? Verzug beginnt am ersten Tag nach ausstehender Zahlung!

Das ist wichtig

Wann beginnt eigentlich der Verzug und wie viel Zeit bleibt Ihnen zwischen der Fälligkeit bis zur Forderung, die Sie zuzüglich Gebühren für die Mahnung zahlen müssen. In der Praxis muss Ihnen eine Mahnung zugehen, ehe von einem Zahlungsverzug die Rede sein kann. In der Realität sind Sie bereits ab dem Zeitpunkt Schuldner, ab dem der Betrag überfällig ist.

Das heißt, wenn Sie mit einer vorgegebenen Frist, beispielsweise einem Kalendertag zur Zahlung aufgefordert werden, ist der Tatbestand des Zahlungsverzugs bereits am Folgetag gegeben. Ihr Vertragspartner kann jetzt als Gläubiger auftreten und Sie sind der Schuldner, der mit der Folgekette nicht beglichener Forderungen leben und die Einschränkungen in Kauf nehmen muss.

Auch Vermerke wie dass ein Betrag 14 Tage nach Leistungserbringung zahlbar ist, bringt mit sich, dass Sie ab dem Zeitpunkt der Fristüberschreitung im Zahlungsverzug sind.

Rechtliche und finanzielle Folgen einer verspätet bezahlten Rechnung

Fakt ist, dass der Verzug einer Zahlung Konsequenzen hat. Im § 280 des BGB im Abs. 1 ist geregelt, wie ein Gläubiger handeln und ab welchem Zeitpunkt er ein Mahnschreiben versenden darf. Alle Außenstände beim Gläubiger können mit Ausfallentschädigungskosten, den sogenannten Mahngebühren belegt werden.

Achtung!

Der Zahlungsverzug kann für Sie als Schuldner teuer werden. Neben der finanziellen Thematik hat eine Mahnung aber weitaus gravierendere Langzeitfolgen. Durch die Meldung, die der Gläubiger an die Schufa vornimmt, sinkt Ihr Schufa Score und Sie müssen eine Minderung der Kreditwürdigkeit in Kauf nehmen.

Ihr Risiko in Puncto Kreditwürdigkeit erhöht sich, wenn aus dem Zahlungsverzug eine Zahlungsverweigerung und die damit verbundene Betreibung durch Dritte oder ein gerichtliches Mahnverfahren ergeht. Generell sollten Sie den Schuldnerverzug nicht unterbewerten, sondern sich darüber im Klaren sein, dass der Schuldnerverzug enorme Auswirkungen auf Ihre Bonität und die Glaubwürdigkeit Ihrer Liquidität nimmt.

Das Mahnverfahren als Eintrag in der Schufa

Tipp

Prinzipiell geht jede nicht bezahlte Forderung in ein Mahnverfahren über. Wenn Sie ein paar Tage über dem Termin sind und die Zahlung vornehmen, können Sie Schlimmeres abwehren und sich vor einem nach Abgeltung drei Jahre in der Schufa gespeicherten Eintrag schützen. Ein Gläubiger darf Sie nur zum Schuldner machen und bei der Schufa melden, wenn die Forderung berechtigt und unstrittig ist.

In allen anderen Fällen, wenn Sie zum Beispiel die Rechnung aufgrund einer Falschlieferung nicht gezahlt haben, tritt der Zahlungsverzug erst ein, wenn die strittige Forderung geklärt ist und Sie bezahlen müssen. Jedes Mahnverfahren sorgt für eine Verteuerung der eigentlichen Forderungen. Sie zahlen einen festen Basiszinssatz zuzüglich zu der erbrachten Leistung, für die Ihr Vertragspartner empfangsberechtigt ist.

Achtung!

Das bedeutet konkret, dass sich die Kosten für die erbrachte Leistung um den Basiszinssatz, aber auch um die Mahnkosten und zusätzliche Gebühren für Auslagen und Adressermittlungen oder sonstige Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Zahlungsverzug steigern. Dass Sie im Endeffekt bei Zahlungsverzug als Schuldner in der Schufa stehen, ist nicht der einzige, wohl aber der am intensivsten zu bedenkende Punkt wenn es um verspätet bezahlte Rechnungen geht.

BGB § 280 Abs. 1 regelt Fristen

Wann sind Sie säumig und ab wann beginnt der Schuldnerverzug? Sie sind spätestens dann Schuldner, wenn Ihnen vom Gläubiger oder dem zuständigen Gericht ein Mahnverfahren zugeht. Dabei sieht das Gesetz in Abs. 1 vor, dass Sie im Anschreiben über die Folgekette der Nichtzahlung und über den Eintrag in der Schufa informiert werden müssen.

Obendrein erhalten Sie eine letzte Gelegenheit, durch die Zahlung der Forderung weitere Maßnahmen abzuwenden und der langfristigen Beeinträchtigung Ihrer Bonität durch anhaltenden Verzug aus dem Weg zu gehen. Spätestens wenn anstelle einer Zahlungserinnerung eine Mahnung eintrifft, sollten Sie sich über Ihren Status als Schuldner im Klaren sein.

Das ist wichtig

Der Schuldnerverzug ist umfassend und ohne Spielraum im Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt und gibt dem Gläubiger das Recht, alle nötigen und möglichen Maßnahmen zur Betreibung seiner Außenstände in Anspruch zu nehmen. Nach einer letzten Mahnung von Seiten des Gläubigers selbst, kann er die Forderung gerichtlich geltend machen und zur Aufforderung über die Zahlung ein gerichtliches Mahnverfahren anstreben. Verzug zahlt sich niemals aus und je eher Sie nach einem Zahlungsverzug und den ersten Anschreiben reagieren, umso mehr Erfolg haben Sie in der Schadensbegrenzung.

Bescheid fehlerhaft? So können Sie einer Forderung widersprechen

Der Mahnbescheid trifft ein und Sie sind von einem Tag auf den nächsten Schuldner. Doch haben Sie dem jetzigen Gläubiger bereits mitgeteilt, dass er die vertraglich vereinbarte Leistungserbringung nicht erfolgt oder die Rechnung falsch gestellt hat?

In diesem Fall muss der Zahlungsverzug nicht zu Einschränkungen Ihrer Bonität führen. Sollte Ihr Vertragspartner die Außenstände an die Schufa melden, können Sie den Eintrag ganz einfach löschen lassen und per Schriftverkehr nachweisen, dass die Forderung nicht berechtigt und die Zahlung aus diesem Grund nicht erfolgt ist. Wichtig ist, dass Sie umgehend reagieren und eine Mahnung nicht einfach unbeachtet lassen.

Tipp

Um den Einschränkungen als Schuldner zu entgehen, machen Sie Ihre Forderungen präzise deutlich und teilen dem Vertragspartner mit, aus welchen Gründen der Zahlungsverzug forciert wurde und was er tun kann, um sein Geld zu erhalten. Auch wenn die Risiken beim Zahlungsverzug sehr hoch sind, müssen Sie nicht für Leistungen zahlen, die nachweislich nicht, fehlerhaft oder nicht nach Ihrem Auftrag erbracht wurden.

Schuldnerverzug: Kosten – Leistung – Basiszinssatz

Sicherlich ist ein Mahnverfahren nichts, worauf Sie es ankommen lassen sollten. Doch der Abs. 1 des BGB regelt nicht etwa nur die Rechte des Gläubigers, sondern auch dessen Pflichten und Ihr Recht. Es gibt verschiedene Gründe, die eine Fälligkeit hinausschieben und eine Bewertung als Verzug ausschließen lassen. Um die Folgen aus einem fehlerhaften Mahnbescheid zu umgehen, sollten Sie strittige Kosten nicht zahlen.

Vielmehr können Sie dem Mahnschreiben widersprechen und so ausschließen, dass der Schuldnerverzug für Sie zum Thema wird. Teilen Sie dem Gläubiger umgehend mit, warum die Mahnung nicht von Bestand ist. Sie müssen weder die strittigen Beträge, noch die Zinsen und Gebühren zahlen, wenn es für Ihre Einstufung als Schuldner keinen plausiblen Grund gibt. Ehe Sie sich als Schuldner sehen, prüfen Sie ausführlich, ob der Gläubiger im Recht und ob die Mahnung korrekt ist.

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