Das verrät Ihr Schufa Score über Sie

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Ihr Schufa Score ist unerbittlich. Er sagt die Wahrheit über Sie, wenn jemand danach fragt. Bezahlen Sie Ihre Raten pünktlich? Haben Sie Mietschulden? Manche behaupten sogar, der Schufa Basisscore verändere sich mit der Gegend, in der Sie wohnen. Schlechte Karten für Anwohner eines übel beleumdeten Viertels. Oder nicht? Erfahren Sie mehr darüber, was der Schufa-Score wirklich über Sie verrät!

Über den Schufa Score

Oft wirkt sie wie eine Geheimgesellschaft: die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz Schufa. Denn diese wohl einflussreichste aller Auskunfteien arbeitet im Verborgenen. Dabei verfügt sie über unglaubliche Macht: Wenn die Schufa sagt, Sie seien kreditwürdig, dann ist das so. Zumindest für den größten Teil ihrer über 9000 Vertragspartner.

Zu denen zählen Telekommunikationsunternehmen ebenso wie Versandhändler. Zwar können sie ihre Entscheidung jederzeit auch unabhängig von der Schufa treffen. Dennoch tut das kaum jemand. Der Grund: Die Prognose mittels Scoring Verfahren wird als absolut glaubhaft betrachtet.

Das sagt der Schufa Score über Sie aus

“To score” kommt aus dem Englischen und bedeutet “Punkte erzielen”. Ihr Score bewertet Sie also. Das Verfahren dazu nennt man Scoring Verfahren. Anders gesagt: Sie erzielen mit Ihrem Verhalten Punkte. Dabei verarbeitet die Schufa alles, was sie kriegen kann: Daten aus Ihren Verträgen ebenso wie aus öffentlichen Verzeichnissen, etwa Schuldnerverzeichnisse.

Gesammelt wird aber nicht nur Negatives. Gern übersehen bei der Legende von der mächtigen Schufa: Auch die positiven Einträge zählen. Wenn Sie also immer pünktlich Ihre Raten gezahlt haben, dann haben Sie beim Scoring Verfahren vielleicht eine Menge Einträge. Die aber wirken sich positiv auf ihren Schufa Score aus. Entscheidend ist also nicht die Anzahl der Einträge. “Oh Gott, ich habe einen Schufa-Eintrag!” – dieser Stoßseufzer sollte richtiger lauten: “Oh Gott, ich habe einen negativen Schufa-Eintrag!”

Schufa Scorewert – wirft einen Blick in die Zukunft

Damit verrät der Schufa Score vor allem Eines: Wie steht es um Ihre Bonität? Die wiederum sagt aus, ob man Ihnen guten Gewissens einen Kühlschrank auf Raten verkaufen kann. Ob Sie also kreditwürdig sind oder nicht. Denn Ratenzahlung ist nichts anderes als ein Kredit!

Es geht bei Schufa Score also eigentlich um zwei verschiedene Dinge – was haben Sie in der Vergangenheit getan? Und was werden Sie aller Voraussicht nach in der Zukunft tun? Das ist die sogenannte Prognose. War Ihr Verhalten in der Vergangenheit immer tadellos, dann schließt die Schufa daraus, dass das auch so bleibt. Ganz sicher kann man da natürlich nie sein, weshalb niemand einen Schufa Score von 100 % erhält.

Das sammelt die Schufa über Sie:

  • persönliche Daten, die Sie zweifelsfrei identifizieren, z.B. Ihre Anschrift
  • Ratenkäufe
  • Auskunftsersuchen / Bonitätsanfragen
  • finanzielle Verpflichtungen, z.B. Ihr Girokonto, Kreditkarte, Handyvertrag

Wollen Sie also ein Auto finanzieren, ist nicht nur der Kauf wichtig für das Scoring Verfahren. Auch die Bonitätsanfrage der Bank wird gespeichert! Höhe und Laufzeit beeinflussen Ihren Schufa Score ebenso wie die Tatsache, ob Sie alles pünktlich bezahlt haben. Die Sache mit der Wohngegend ist laut Schufa allerdings ein Gerücht! Sie fließt normalerweise nicht in Ihren Score ein.

Der Schufa Score und die Wirtschaft

An dieser Stelle ein Wort zum Scoring: Weil er über Ihre Bonität Auskunft gibt, erleichtert der Score-Wert geschäftliche Entscheidungen. Große Firmen können damit diese Entscheidungen automatisieren. Wird er massenhaft angewandt, dann kann sich eine Firma vor wirtschaftlichem Schaden schützen. Deshalb ist Scoring wichtig: Es schafft ein relativ unabhängiges Instrument, dem enorme wirtschaftliche Bedeutung zukommt.

Ist der Schufa Scorewert intransparent?

Ihr Schufa Score wird also nach rein mathematischen Verfahren errechnet. Die Verwendung und Verarbeitung Ihrer Daten wird dabei ständig geprüft: vom hessischen Datenschutzbeauftragten etwa, dem die Schufa aufsichtstechnisch untersteht. Scoring Verfahren sind also keineswegs intransparent.

Ebenso hat der Bundesbeauftragte für Datenschutz ein strenges Auge auf die Schufa. Nur die Öffentlichkeit, also Sie, kommt da nicht so leicht ran. Die Schufa begründet das mit der Gefahr der Manipulation. Auch hat 2014 der Bundesgerichtshof bestätigt, dass die Offenlegung der Allgemeinheit gegenüber nicht gefordert werden kann.

Allerdings haben Sie beim Schufa Score das Recht auf Selbstauskunft, was Ihren eigenen Schufa Scorewert angeht. Nehmen Sie das wahr, dann bekommen Sie einen Brief mit verschiedenen Angaben. Darin steht nicht nur Ihr Schufa Basisscore, denn je nach Zweck verwendet die Schufa darüber hinaus noch weitere Scoring Verfahren.

Fifty-fifty – warum fünfzig Prozent nicht immer gut sind

Ein guter Schufa Score hat einen bestimmten Wert. Fünfzig Prozent zum Beispiel wird Ihnen bei den meisten Geschäftsmodellen nur wenig nützen. Übersetzt hieße das nämlich, bei Ihnen müsse man zu fünfzig Prozent damit rechen, dass Sie den Kredit nicht zurückzahlen. Das will bestimmt kein Geschäftspartner. Als sehr gut gilt >97,5%. Hier besteht für Ihren Geschäftspartner ein sehr geringes Risiko, dass Sie Ihren Kredit nicht bedienen. Das als äußerst schlecht eingestufte sehr kritische Risiko hingegen liegt bei 50 Prozent und weniger.

Ihr Schufa Basisscore wird also in Prozentpunkten angegeben. Neben dem Schufa Basisscore gibt es aber noch weitere Scorewerte. Sie gelten branchenabhängig. Hier arbeitet die Schufa mit Ratingstufen – die natürlich auch nach Punkten errechnet werden. Sie kennen das aus der Finanzwelt, von Ratingagenturen. Nur ein Beispiel für Ihren Schufa Scorewert bei Banken.

Dort bedeutet die erste, die Ratingstufe A: Sie haben 662 – 999 Punkte. Man rechnet Ihnen eine Ausfallwahrscheinlichkeit von lediglich 0,85% zu. Sehr gut! Mehr geht aber immer: Schlechtere Ratingstufen sind dann B, C und so weiter bis M.

Ihre Schufa Selbstauskunft enthält:

  • Basisscore
  • Punktzahl (Rating) nach Branchen
  • Erfüllungswahrscheinlichkeit

Erfüllungswahrscheinlichkeit

Ein weiterer Punkt in der Selbstauskunft ist die Erfüllungswahrscheinlichkeit. Ebenfalls nach Branchen aufgeschlüsselt, kommt sie als Tabelle daher. Steht irgendwo “++”, ist das ausgezeichnet, denn es bedeutet, dass Sie Ihre Verpflichtungen wahrscheinlich erfüllen. Enthalten sind hier etwa das Risiko für Telekommunikation, Versandhandel oder auch für Hypothekengeschäfte. Haben Sie in einer Branche einen etwas schlechteren Wert, gleicht sich das aus: “Bedeutung insgesamt” steht am Ende und zeigt Ihre gesamte Erfüllungswahrscheinlichkeit.

Darum ist der Schufa Scorewert so wichtig

Probleme etwa beim Abschließen eines neuen Handyvertrages sind unschön. Noch schlimmer allerdings ist es, wenn die Bank Ihnen einen dringend benötigten Kredit verweigert. Bedenken Sie: Die Schufa ist nicht nur für Online Händler der Ansprechpartner. Es geht hier also nicht nur darum, ob Sie Ihre bestellten Bücher bezahlen können. Mittels Scoring Verfahren gibt die Schufa vielmehr eine knallharte Prognose ab. Danach entscheidet die Bank, ob Sie einen Kredit bekommen!

Das können Sie selbst für einen guten Schufa Scorewert tun:

Ob Schufa Basisscore oder weitere Scorewerte, Sie können selbst aktiv werden. Bedienen Sie immer alle Verpflichtungen pünktlich. Bleiben Sie nie im Rückstand, nicht einmal mit nur einer Rate. Ob es um Ihre Miete geht oder um Ihren Handyvertrag, bemühen Sie sich um rechtzeitige Zahlung. Haben Sie nämlich erst einmal eine Rate versäumt oder zu spät gezahlt, bleibt dieser Eintrag eine Weile in der Schufa-Datei erhalten. Er verändert dann Ihren Schufa Basisscore zum Negativen.

Wie lange bleiben die Daten erhalten?

Ihr Name wird ebenso wie Geburtsdatum und -ort permanent gespeichert. Das betrifft auch Ihre aktuelle Adresse und eventuelle vorhergehende Anschriften, denn nur so kann man Sie eindeutig zuordnen. Hier ist keine Löschung geplant. Alle anderen Daten werden entsprechend der DSGVO (inkraft seit Mai 2018) behandelt. Alte Prüf- und Löschfristen entfallen damit. Neu verpflichtete sich der Verband “Die Wirtschaftsauskunfteien” – und mit diesem auch die Schufa – zur freiwilligen Einhaltung bestimmter Regeln.

Wie lange personenbezogene Daten erhalten bleiben, hängt auch von der Zahlungsmoral ab. Bedienen Sie nämlich Ihre Forderungen pünktlich, werden diese Daten exakt drei Jahre später gelöscht. Bleibt die Forderung allerdings offen, bleibt auch der Eintrag gespeichert. Er wird aber regelmäßig, und zwar wieder alle drei Jahre, auf seine Richtigkeit geprüft.

Dies ist nur eine Faustregel – bei Schuldnerverzeichnissen, Dauerschuldverhältnissen und Ähnlichem gelten Sonderregeln. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite der Schufa.

Schlechter Schufa Score – unverschuldet! Was tun?

Sprechen Sie die Schufa an, sollten Sie mit Ihrem Scoring nicht einverstanden sein. Seit immer mehr Menschen Opfer von Internetkriminalität werden – Stichwort Warenkreditbetrug – kennt die Schufa auch solche Probleme und handelt entsprechend. Es gibt einen Verbraucherservice und einen Ombudsmann der Schufa selbst. Er sorgt im Streitfall für Vermittlung. Einen schlechten Schufa Basisscore, der Ihrer Meinung nach unberechtigt ist, müssen Sie nicht hinnehmen!

Fazit: Ihr Schufa Score ist das, was Sie daraus machen!

Während viele meinen, die Schufa entscheide über Wohl und Weh des Einzelnen, tut sie nichts dergleichen. Sie gibt lediglich klare Empfehlungen ab. Dazu nutzt sie Scoring. Die Geschäftspartner können sich danach richten, müssen das aber nicht. Auch die Sache mit der Wohnung ist nur eine Legende. Denn Daten wie Ihre Adresse dienen einzig Ihrer eindeutigen Identifikation.

Was der Schufa Basisscore über Sie verrät, das entscheiden Sie allein. Mit Ihrem ganzen Verhalten beeinflussen Sie das Scoring Verfahren, und zwar positiv oder negativ. Scoring betreibt deshalb nicht nur die Schufa – sondern auch Sie!

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