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Welche Unterlagen werden für einen Kredit benötigt?

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Zu den Quellangaben

Möchten Sie wissen warum überhaupt Kreditunterlagen eingereicht werden müssen, dann kann sich der Blick in den jährlich erscheinenden Schuldenatlas lohnen. Das Unternehmen Creditreform gibt diesen heraus und beleuchtet darin die Kreditaufnahme und insbesondere die Überschuldung von Haushalten. Das Erschreckende dabei: Knapp über zehn Prozent (also mehr als jeder Zehnte!) der Menschen sind überschuldet und können einem Teil oder sogar allen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Das Unternehmen spricht sogar von einer Überschuldungsspirale, die sich drehen würde.

Auch wenn ein Kreditlimit- und Risikobewertungsunternehmen naturgemäß schon zum Alarmismus neigen muss oder soll, so ist was Wahres dran: Wenn eine Bank überhaupt keine Unterlagen prüfen würde, dann würde sie wahrscheinlich schon nach einigen Wochen oder Monaten insbesondere diejenigen Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer gewinnen, die woanders keinen Kredit mehr bekommen würden.

Die meisten Banken verfügen über Jahre oder gar Jahrzehnte an Kreditvergabeerfahrung, Und befinden sich immer in einem Zwiespalt: Einerseits soll die Kreditvergabe für den Kunden möglichst reibungslos funktionieren, auf der anderen Seite aber sollte die Bank durch die Kreditvergabe Geld verdienen können. Begleiten Sie uns deshalb einfach mal auf der einigermaßen chronologischen Reise durch den typischen Kreditvertrag.

FAQ zu Kredit Unterlagen

Die Unterlagen sind die erste, stabile Säule für den Kredit und weisen die Kreditfähigkeit nach

Das ist wichtig

Banken und andere Kreditgeber müssen die Nachvollziehbarkeit einer Kreditvergabe nachweisen. Daher sind Kreditunterlagen notwendig, damit das Nicht-Vorliegen gewisser Risikofaktoren belegt werden kann.

Die meisten Banken sind börsennotierte Unternehmen, weshalb sie zwar Gelder verleihen, aber im Endeffekt doch den Eigentümern gegenüber verantwortlich bleiben. Zudem gibt es im Bankwesen eine sehr enge, dichte Regulierung: Das “Know-your-customer” Prinzip bedeutet, dass die Kreditunterlagen so ausführlich sein müssen, dass die Kreditvergabe nachvollziehbar wird. Die Kreditfähigkeit sollte ebenso nachgewiesen werden wie auch das Nicht-Vorliegen von Risikomerkmalen. Im Kreditantragsformular lassen sich deshalb die Banken die Einholung einer Schufa-Auskunft zusichern, die Recherche wird dann auch öffentliche Schuldnerverzeichnisse (beispielsweise der Justiz) beinhalten.

Je nach Kreditart variiert die Anzahl der einzureichenden Unterlagen

Der Kredit mit der im Vergleich geringsten Anzahl an Kreditunterlagen ist der Dispokredit. In der Gesamtsumme ist er vergleichsweise gering, so zwei bis drei Monatsgehälter. Es ist zudem eine Art Abrufkredit, der immer mal wieder mit einem Zeitraum von wenigen Stunden oder Tagen bis zu Monaten vergeben werden kann. Der Kreditantrag ist vergleichsweise übersichtlich und zeigt sich als Zusatzbestimmung beim Girokonto. Bei allen Girokonten (außer dem Basiskonto) kann dieser Kredit ohne weitere, zusätzliche Kreditunterlagen vergeben werden.

Die Höhe errechnet sich traditionell aus den Soll- und Haben-Umsätzen des Girokontos und wurde auch schon in Zeiten eines vergleichsweise niedrigen Digitalisierungsgrads in ähnlicher Art und Weise vergeben. Inzwischen sind die Analysen der Kontobewegungen natürlich verfeinert worden.

Tipp

Der Dispokredit erfordert im Vergleich die Einreichung der wenigsten Kreditunterlagen. Allerdings würden wir eher empfehlen, einen Kreditrechner zu starten und dann einen “richtigen”, länger laufenden Privatkredit aufzunehmen. Der Grund: Die volle Flexibilität und Bequemlichkeit des Dispokredits spiegelt sich in höheren Zinsen wider.

Basis Unterlagen für alle Kreditarten: Grundlage für Kreditentscheidung und die Zinskalkulation

Die Kreditvergabe ist von der Bankseite aus gesehen eine wesentlich größere Herausforderung als vor geschätzt etwa fünf bis zehn Jahren: Zum damaligen Zeitpunkt gab es eine fast unzerbrechbare Stammkundentreue zu der Bank, wo man vor zig Jahren einmal das Girokonto eröffnet hatte. Die Menschen schauten erst gar nicht in einen Kreditrechner und nahmen die teuren Filialkredite auf oder gar einen Kredit bei einem Versender, der eindeutig zweistellige Zinsen hatte.

Inzwischen sind die Kunden aber wesentlich selbstbewusster und achten ähnlich wie bei der Autoversicherung auch auf günstige Konditionen. Zudem kann der Kreditvertrag inzwischen auch weitgehend online geschlossen werden, was die Hemmschwellen zum Bankwechsel noch weitersenkt.

Das ist wichtig

Die auch im Kreditantragsformular genannten Kreditunterlagen umfassen dabei Unterlagen zur eindeutigen Identifizierung des Kreditnehmers und Unterlagen, die unter dem Begriff der Beurteilung der Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit zusammengefasst werden könnten:

1. Kein Kredit kann auf fremde Namen aufgenommen werden
2. Die Kreditunterlagen sollen Aufschluss über Kreditrisiko und Rückzahlwahrscheinlichkeit geben

1. Kein Kredit kann auf fremde Namen aufgenommen werden

Für Neukunden bei einer Bank gilt, dass keine Kreditunterlagen abschließend bearbeitet werden ohne dass die Identifizierung abgeschlossen ist. Die erst- und einmalige Vorlage des Personalausweise bzw. Reisepasses ist eine zwingende Voraussetzung. Damit wird insbesondere bei häufiger vorkommenden Namen sichergestellt, dass keine Verwechslungen auftreten.

Zudem rückte in den letzten Jahren das Motiv der Geldwäschevermeidung immer mehr in den Vordergrund: Deshalb wird neuerdings auch beim Kreditkonto die Steuernummer gespeichert, obwohl sie ja eigentlich zur Abführung der Quellensteuer eingeführt worden ist.

2. Die Kreditunterlagen sollen Aufschluss über Kreditrisiko und Rückzahlwahrscheinlichkeit geben

Achtung!

Die Bank muss sich selber auch refinanzieren und der Erfolg eines Kredits ergibt sich aus der Differenz zwischen den vereinnahmten Zinsen, dem Zinsaufwand abzüglich des Verwaltungsaufwands. Das Hauptproblem dabei: Wenn ein Kreditkunde schon nach wenigen Raten ausfällt, dann können Bank bzw. Kreditgeber oftmals einen Großteil des Kreditbetrages und nicht nur die nicht erhaltene Zinsdifferenz abschreiben.

Aus diesem Grund möchte die Bank beim Kredit ein möglichst genaues Bild der Rückzahlungswahrscheinlichkeit erhalten. Sie ergänzt also Kreditbedingungen und die Kreditunterlagen in der Hinsicht, dass die Bank vor der Kreditvergabe einige belastbare Zahlen über den Kreditnehmer erhält.

Dies sind in erster Linie Kreditunterlagen, aus denen die Rückzahlungsfähigkeit des Kreditnehmers hervorgeht. Beispielsweise zwei oder drei aktuelle Gehaltsbescheinigungen (“Lohnzettel”) und auch aktuelle Kontoauszüge der Hauptbankverbindung (“Girokonto”). Die Kreditfähigkeit oder auch Bonität ergibt sich dann aus einer Abschätzung bzw. Analyse der monatlichen Einnahmen und Ausgaben.

Aus Erfahrungswerten lässt sich dann erschließen wie “leicht” oder auch “unmöglich” die Rückzahlung wäre. Würde sich aus Kreditantrag und den weiteren Unterlagen beispielsweise ergeben, dass monatlich 400 bis 500 Euro “Luft” sind, dann würde die Bank einen Kredit wahrscheinlich nicht genehmigen, dessen Monatsrate wesentlich höher ist. Und dann könnte die Bank eine andere Laufzeit oder einen niedrigeren Kreditbetrag vorschlagen.

Der Lohn- und Gehaltszettel ist auch deshalb von einer hohen Bedeutung, weil die Bank damit ihr Risiko einigermaßen steuern kann: Würden Sie beispielsweise in einem Ort mit zwei, drei großen Arbeitgebern wohnen, so würde die Bank bei einer zu hohen Kreditvergabe ein Klumpenrisiko spüren – weil ja der Löwenanteil der Kunden nur bei einem einzigen Arbeitgeber oder in einer Branche arbeitet. Umgekehrt ist dies aber für alle anderen Kreditnehmer interessant: Um die Bilanz bzw. Risikoposition auszugleichen wird die Bank wahrscheinlich die Kreditzinsen für Neukredite kurzfristig heruntersetzen und in den Kreditvergleichen sehr agil auftreten.

Leider sind die exakten Rechenformeln Geschäftsgeheimnis, aber dennoch können Sie ein paar Tendenzen herauslesen, wenn Sie einen Kreditrechner auf einer Webseite einer Bank oder einen Kreditvergleich starten: Die Zinsen steigen in aller Regel bei längerer Laufzeit leicht an. Manche Bank berechnet bei einem zu niedrigen Netto-Einkommen oftmals einen Risikozuschlag auf den Zins.

Achtung!

Mit dem Lohn- und Gehaltszettel als Teil der Kreditunterlagen kann die Bank zudem stichprobenartig überprüfen, ob Sie als Kreditnehmer im Kreditantragsformular wahre Angaben gemacht haben oder ob die Angaben künstlich geschönt worden sind. Jeder Antragsteller sollte sich deshalb bewusst sein, dass er mit seinen Angaben einen Kreditvertrag abschließen möchte.

Zusätzliche Unterlagen für den Immobilienkredit

Das ist wichtig

Jeder einzelne Kreditvertrag im Immobilienbereich bindet die Finanzmittel der Bank naturgemäß in einem höheren Ausmaß. Sowohl der Kreditbetrag, als auch die Laufzeit sind wesentlich höher. Deshalb sollte die Bank eine weitere Stufe der Risikoreduzierung einziehen, bevor sie den Kredit vergibt.

Am deutlichsten lassen sich die erweiterten Anforderung an die Kreditunterlagen verdeutlichen, wenn Sie an diverse Immobilieninvestments in den neuen Ländern oder auch in Gewerbeimmobilien denken: Die Quadratmeterpreise, die einen wesentlichen Teil des Gesamtkaufpreises und damit auch des Beleihungswertes ausmachen, variieren sehr stark und schon zwei bis dreihundert Meter Entfernung zu einer Fußgängerzone oder auch ein verkehrsberuhigter Bereich können einen wesentlichen Unterschied ausmachen.

Da die Bank diese Immobilie am besten in einem 4 Augen-Prinzip bewerten möchte und dazu zusätzlichen Sachverstand heranziehen möchte kann die Forderung nach einem Wertgutachten auftauchen. Neben den Hauptbestandteilen des Gesamtwertes wie Lage, Quadratmeterzahlen für Grundstück und Wohn-/Nutzfläche wird der Gutachter auch den allgemeinen Erhaltungszustand mit einbeziehen.

Aus diesem Wertgutachten errechnet die Bank einen theoretischen Beleihungswert für einen normalen Immobilienkredit (beispielsweise bei 60 % des Verkehrswertes) . Bei dessen Überschreiten würde die Bank wahrscheinlich einen Zinszuschlag berechnen.

Die zusätzlich erhöhte Sicherheit für Käufer und Käufer wird auch dadurch deutlich, dass der aufgrund der Kreditunterlagen später vergebene Kredit auch in das Grundbuch (als sog. Grundschuld) eingetragen wird.

Sonderfall Gründungszuschuss oder Gründungskredit

Das ist wichtig

Bei einer Unternehmensgründung sind die Kreditunterlagen auch leicht umfangreicher als bei einem normalen Privatkundenkredit. Dies liegt daran, dass es zwar sehr viele erfolgreiche Neugründungen gibt, aber viele Unternehmer schon nach einigen wenigen Monaten aufgeben müssen.

Weil die Jungunternehmer vielleicht die mit einer Gründung verbundenen Fixkosten, die anfänglichen Investitionen unterschätzt haben. Oder sich schlichtweg zu wenig Gedanken über die Auswirkungen der Kosten auf die Gesamterträge gemacht haben.

Viele Banken verlangen deshalb vor der Gründung einen Business-Plan, der in einigen Tabellen und Kalkulationen die möglichen Entwicklungsszenarien des Neu-Unternehmens beschreibt. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau geht dabei noch etwas formaler vor und würde eine Art Gutachten einer sachkundigen Person, eine sog. Tragfähigkeitsbescheinigung verlangen.

In der Zusammenfassung kann also gesagt werden, dass ein Kredit immer auch ein Geschäft auf Vertrauen ist. Die Bank vertraut auf die Rückzahlung und versucht dieses Vertrauen auf belastbare Unterlagen stützen zu können. Der Umfang der einzureichenden Kreditunterlagen nimmt dabei zu je länger die Laufzeit ist und je höher die ausgereichten Kreditsummen sind. Die geringste Anzahl an Kreditunterlagen ist für Rahmenkredite wie Dispokredite oder die Teilzahlungsoptionen von Kreditkarten notwendig.

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