Die Restschuldversicherung auf dem Prüfstand

Elternkompass Prüfsiegel
Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Experten geprüft. Information Button

Dieser Artikel entspricht dem aktuellen wissenschaftlichen Stand sowie unseren journalistischen Leitlinien und wurde von Experten geprüft.

Zu den Quellangaben

Jede Restschuldversicherung ist eine Wette darauf, dass der Kreditnehmer arbeitslos oder berufsunfähig wird, schlimmstenfalls sogar während der Kreditlaufzeit sterben und die Raten nicht mehr tilgen könnte. Im Todesfall des Kreditnehmers kann eine Restschuldversicherung sinnvoll sein, da sie Erben entlastet und vor der Verpflichtung bewahrt, die noch ausstehenden Kreditraten an die Bank zu zahlen.

Doch was bei einer größeren Immobilienfinanzierung durchaus einen Sinn ergeben mag, ist beim Ratenkredit oder Konsumentenkredit, aber auch bei einer Autofinanzierung sinnlos und dabei kostenintensiv. Wenn Sie sich zum Beispiel 3.000 Euro von der Bank leihen und den Betrag in einem halben Jahr tilgen und die Bank verlangt eine Restschuldversicherung als Vertragsbestandteil, zeigt dieser Umstand, dass das Vertrauen in Sie und Ihre Zahlungsfähigkeit eher gering ist.

Dass größere Kredite mit dem Schutz für einen Kreditgeber bei Zahlungsausfall verbunden werden, ist eine Sache. Doch selbst bei Bau– und Immobilienkrediten muss es nicht unbedingt die überteuerte und Ihnen aufgezwungene Restschuldversicherung sein. Lesen Sie hier, warum eine Restschuldversicherung im Vergleich selten standhält und sich als teures, kontraproduktives Zusatzprodukt zum Kredit erweist.

Was ist eine Restschuldversicherung?

Die Restschuldversicherung, auch als Restkreditversicherung trägt dazu bei, dass der Kreditgeber sein Geld in jedem Fall bekommt. Für den Kreditgeber ist die Restschuldversicherung sinnvoll, da er bereits am Vertragsabschluss verdient und Ihnen eine Versicherung zum Kredit verkauft. Für Sie als Kreditnehmer entstehen in erster Linie Mehrkosten von nicht erheblicher Höhe.

Denn neben den monatlichen Raten zahlen Sie über die gesamte Laufzeit den Betrag, mit dem Sie die Ratenabsicherung erbringen. Das heißt konkret, dass die Restschuldversicherung die Ratenhöhe steigert und bis zum letzten Tag der Kreditverbindlichkeiten mit der Bank läuft. Sie zahlt nur in wenigen Fällen, so zum Beispiel, wenn der Kreditnehmer seine Arbeit verliert, arbeitsunfähig wird oder verstirbt.

Wenn Sie Ihre Situation abwägen und die Laufzeit des Kredits betrachten, können Sie selbst abwägen, ob diese Versicherung zum Kredit und die hohen Kreditausfallversicherung Kosten gerechtfertigt sind. Die Restschuldversicherung wird als Zusatzprodukt – im Regelfall mit Abschlussverpflichtung, zum Kredit verkauft. Sie läuft grundsätzlich bei der Bank, bei der Sie Ihren Kredit abschließen.

Die Restkreditversichung – was sichert sie ab?

Wie bereits angeschnitten, soll die Restkreditversicherung den Kreditgeber vor Zahlungsausfällen schützen. Doch greift sie nicht, wenn Sie weniger verdienen oder über einen längeren Zeitraum erkranken. Es gibt drei Absicherungsarten, die sich ausschließlich auf eine mögliche Arbeitslosigkeit, eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit oder gar auf Ihren Tod beziehen.

Die leistungsreichste, aber auch teuerste Restschuldversicherung beinhaltet alle drei Risiken und wird von Kreditgebern am häufigsten verkauft. Hier ist auch eine Absicherung bei Scheidung enthalten, wodurch diese Restschuldversicherung als sinnvoll empfunden und mit dem größten Risiko beim Hausbau oder Hauskauf verbunden wird.

Doch der Teufel steckt im Details, beim Restschuldversicherung Vergleich vielmehr im Kleingedruckten. Denn hier zeigt sich, dass viele Leistungen ausgeschlossen sind und Sie von der abgeschlossenen Versicherung zum Kredit nicht die Leistung erhalten, für die Sie augenscheinlich seit vielen Jahren zahlen.

Ist eine Restschuldversicherung sinnvoll oder nicht?

Ob eine Restschuldversicherung sinnvoll ist oder nicht, lässt sich eindeutig beantworten. Wie bei allen Versicherungen erzählt man Ihnen, welche Risiken Ihre Familie ohne Versicherung mit einem Kredit eingeht. Ihnen wird ans Herz gelegt, sich selbst und vor allem Ihre Familie vor einem finanziellen Fiasko zu schützen, wenn Sie als Hauptverdiener die Raten nicht mehr tilgen können oder gar in der Vertragslaufzeit versterben.

Auch wenn Sie sich scheiden lassen, könnte eine Restschuldversicherung im Vergleich zu den finanziellen Folgen ohne Versicherung für den Kredit sinnvoll sein. Nein! Niemals ist eine Restschuldversicherung sinnvoll, nicht einmal dann, wenn Sie an Ihre Familie denken und an die Szenarien der Eventualität, die man Ihnen bei der Bank offeriert, durchspielen.

Da die Kreditausfallversicherung in ihren Kosten unverhältnismäßig hoch ist und es in der Praxis zu Problemen bei Forderungen aus der Restschuldversicherung kommt, lassen Sie die Finger davon und vor allem: lassen Sie sich nicht in einen Vertrag drängen.

Die Ratenabsicherung in der Kritik bei Verbraucherschützern

Dass Sie und Ihre Familie abgesichert sind, verschafft durchaus ein gutes Gefühl. Damit spielen die Banken, die Ihnen eine teure Restschuldversicherung als sinnvoll und zwingend notwendig verkaufen. Diese Kritik äußern Verbraucherschützer seit vielen Jahren und merken an, dass eine Restschuldversicherung zu den intransparentesten Finanzprodukten gehört.

Es gibt keine klaren Standards, weder für die enthaltenen Leistungen noch für die Kreditausfallversicherung kosten. Somit hat jeder Versicherer freie Hand und kann den Vertrag für die Ratenabsicherung individuell gestalten. In der Praxis zeigt sich, dass die Restschuldversicherung für einen kleinen Ratenkredit beispielsweise mit dem gleich hohen Ausfallrisiko verkauft wird, wie es bei einer Immobilienfinanzierung mit 25 Jahren Laufzeit – und dem damit verbundenen höheren Ausfallrisiko der Fall ist.

Ein weiterer Kritikpunkt basiert auf den unverhältnismäßig hohen Kreditausfallversicherung Kosten im Vergleich zu den Leistungen und zur Versicherungssumme. Alles in allem ist die Restschuldversicherung unnötig und bringt Ihnen keine Sicherheit, sondern lediglich 10% Zusatzkosten zur eigentlichen Kreditsumme.

Hohe Kreditausfallversicherung Kosten, wenig Nutzen für den Versicherungsnehmer

Die 10% sollten Sie zum Nachdenken animieren. Wenn Sie einen Kredit von 10.000 Euro beantragen und eine Restschuldversicherung abschließen, entstehen Ihnen also die Kosten für das eigentliche Darlehen, den Zins, den effektiven Jahreszins und die Ratenabsicherung. Sie sollten wissen, dass die Versicherung für den Kredit nicht netto, sondern auf die Gesamttilgung inklusive Zinsen gerechnet wird. Das bringt mit sich, dass Sie trotz vielleicht sehr günstigen Zinsen deutlich über 11.000 Euro tilgen.

Noch offensichtlicher werden die Kreditausfallversicherung Kosten bei einer Immobilienfinanzierung. Für 200.000 Euro Kredit würden schon ohne Verzinsung 20.000 Euro Restschuldversicherung anfallen und da diese brutto gerechnet wird, verteuert eine Restkreditversicherung die Finanzierung spürbar und unnötig. Achtung: Die Restschuldversicherung wird ebenfalls verzinst!

“Zwangs-Versicherung” für den Kredit – warum üben Kreditgeber Druck aus?

Vorab: Sie sind nicht verpflichtet, eine Versicherung zum Kredit bei der Bank abzuschließen. Das wird Ihnen allerdings in der Praxis häufig anders vermittelt, so dass Sie davon ausgehen, dass der Kredit an den Abschluss einer Restschuldversicherung gekoppelt ist. Genau hier besteht das Problem, das sich im Restschuldversicherung Vergleich fernab der Kosten aufzeigt.

Schon seit Jahren kritisieren Verbraucherschützer den zwanghaften Vertriebsweg und die Modalitäten, mit denen Kreditgeber ihren Kunden eine Restschuldversicherung als sinnvoll und zwingend notwendig verkaufen. Bei negativer Bonität kann ein Kreditgeber die Restschuldversicherung an die Bewilligung koppeln. Hierbei handelt es sich aber um Einzelfälle, was in der Praxis oftmals untergeht.

Sie sollten wissen, dass der Verkäufer einer Restschuldversicherung bis zu 50% Provision auf die von Ihnen zu zahlende Versicherungsprämie erhält und das macht deutlich, warum ein so starker Druck beim Abschluss einer Ratenabsicherung auf potenzielle Kreditnehmer ausgeübt wird.

Alternativen zur Kreditausfallversicherung kosten weitaus weniger

Eine Kreditsicherung ist generell sinnvoll. Was nicht bedeutet, dass die Restschuldversicherung sinnvoll und für Sie geeignet ist. Vielmehr haben Sie die Möglichkeit, mit Alternativen eine wirkliche Absicherung für den Fall X abzuschließen und dabei weitaus günstigere Kosten als bei der Versicherung zum Kredit, die Sie direkt bei der Bank abschließen, mit sich bringt.

Wenn Sie als Hauptverdiener der Familie einen Kredit beantragen, sollten Sie sich durchaus Gedanken machen, wie die Prämien beim Ausfall Ihres Verdienstes weiter gezahlt werden können. Sinnvoll sind zum Beispiel eine Risikolebensversicherung, eine Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung. Diese Versicherungsprodukte erhalten Sie im Restschuldversicherung Vergleich deutlich günstiger und mit einem größeren Kontingent an Leistungen.

Am besten sichern Sie sich bereits vor der Beantragung eines Kredits bei der Bank ab, so dass Sie ein gutes Argument und eine Alternative zur Restschuldversicherung in Ihren Dokumenten dabei haben. Während eine Restschuldversicherung nicht sinnvoll, dafür aber teuer ist, bieten sich alternative Versicherungen nicht nur für den Kreditausfall, sondern zur generellen Vermeidung finanzieller Einschränkungen durch einen Unfall oder eine Berufsunfähigkeit des Hauptverdieners an.

Wenn Sie die Angebote vergleichen, werden Sie problemlos eine günstige Alternative finden und können sich dem Zwang einer Restkreditversicherung entziehen.

Restschuldversicherung kündigen – Bank muss Beendigung der Ratenabsicherung akzeptieren

Haben Sie sich für eine Restschuldversicherung entschieden und sich vom Bankberater dazu überzeugen lassen, sollten Sie schnell handeln. Es gibt drei Möglichkeiten, um die Versicherung für den Kredit zu kündigen und Ihre Bindung an den Vertrag ohne Auswirkungen auf den Kredit aufzuheben. Die erste und sinnvollste Option ist ein Widerruf innerhalb der ersten 14 Tage nach Vertragsunterzeichnung.

Auch wenn Sie eine Umschuldung anstreben, können Sie die Restschuldversicherung kündigen und sind keinen Tag länger, als bis zur Tilgung der Gesamtverbindlichkeit an die Restkreditversicherung gebunden. Der dritte Weg ist eine ordentliche Kündigung, die Sie per Einschreiben an den Vertragspartner senden und sich den Erhalt schriftlich bestätigen lassen. Bedenken Sie, dass Sie ein Kündigungsrecht haben, auch wenn die Bank dieses dementiert.

Restschuldversicherung im Vergleich kein gutes Produkt

Stellt man die Alternativen Absicherungen mit der Restschuldversicherung in einen Vergleich, zeigt sich schnell, dass gerade diese Versicherung den Kredit unnötig verteuert und keinen wirklichen Sinn ergibt. Selbst bei Kreditnehmern aus “höheren Risikogruppen” sind anderweitige Absicherungen besser und die Restkreditversicherung lohnt sich nicht. Die Frage, ob eine Restschuldversicherung sinnvoll ist, lässt sich daher mit einem klaren NEIN beantworten.

Lassen Sie sich beim Kreditabschluss nicht drängen und unterzeichnen Sie keinen Vertrag, in dem eine teure Restschuldversicherung zum Bestandteil wird und vom Kreditgeber als Grundlage der Bewilligung “angeboten” wird. Die Restkreditversicherung gehört zu den Versicherungen, die keinem festen Standard entsprechen und hohe Kosten verursachen, obwohl die Anzahl an Schäden bei den Versicherungen verschwindend gering sind.

Unsere neuesten Artikel

Scroll to Top