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Kreditratgeber

Bonität: Was Verbraucher über Kreditwürdigkeit wissen sollten

  • Stefan
  • 19.02.2019

Sobald Personen einen Kredit aufnehmen oder langfristige finanzielle Verträge eingehen wollen, ist die Kreditwürdigkeit ein entscheidender Faktor für den Vertragspartner. Die Kreditwürdigkeit wird dabei meist als Bonität bezeichnet und durch unterschiedliche Auskunfteien anhand von gesammelten Daten ermittelt und ausgewertet. Doch was verbirgt sich hinter Begriffen wie Bonitätsindex oder Score Wert und welchen Einfluss können Sie darauf nehmen?

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Bonitätsindex: Erklärung der Prognosewerte

Wer sich mit seiner Bonität beschäftigt, der wird früher oder später auf den Begriff Bonitätsindex stoßen. Beim Bonitätsindex handelt es sich um einen Maßstab, der von Auskunfteien genutzt wird, um die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern zu ermitteln. Welche Daten und Werte in diesen Index einfließen, ist von Auskunftei zu Auskunftei unterschiedlich und in der Regel ein gut gehütetes Geheimnis.

Somit ist eine Bonitätsindex Erklärung auf der Website der jeweiligen Auskunftei meist nur oberflächlich dargestellt. In jedem Fall werden laufende Mahn- und Inkassoverfahren ebenso berücksichtigt, wie bestehende Verträge oder Kredite sowie die Anzahl der Finanzkonten. Welche Daten darüber hinaus gesammelt und zur Berechnung der Bonität genutzt werden, lässt sich für den Verbraucher meist nicht nachvollziehen.

Allerdings haben fast alle Auskunfteien in puncto Bonitätsindex eines gemein: Ein geringer Wert steht für eine gute Bonität, während ein hoher Wert auf eine schlechte Bonität hinweist.

Ist der Score Wert eines Verbrauchers ermittelt, kann er anhand dieses Wertes einer Kategorie im Bonitätsindex zugewiesen werden. Diese Kategorisierung gibt dem Vertragspartner letztlich an, wie hoch die Rückzahlungswahrscheinlichkeit des Verbrauchers ist. Eine gute bis hervorragende Bewertung signalisiert in der Regel eine Rückzahlungswahrscheinlichkeit von mehr als 95 Prozent.

Je geringer die Rückzahlungswahrscheinlichkeit ausfällt, desto höher wird parallel dazu die Ausfallwahrscheinlichkeit. Wird die Bonität eines Verbrauchers aufgrund seines Scores als nicht ausreichend eingeschätzt, tritt der Vertragspartner unter Umständen vom Vertragsabschluss zurück, da das Risiko auf einen Ausfall zu hoch ist.

Warum ermitteln Auskunfteien die Kreditwürdigkeit?

Generell unterliegt ein jeder Geschäftsabschluss auf Basis von Zahlungen einem Risiko. Dabei kann es sich um die Vergabe von Krediten, einen neuen Handyvertrag oder den Kauf von Waren auf Rechnung handeln. Da der Vertragspartner im Vorfeld über keinerlei Sicherheit verfügt, dass die zu begleichenden Beträge oder Raten auch tatsächlich bezahlt werden können, ermitteln Auskunfteien die Bonität des Verbrauchers und ordnen ihn entsprechend der ermittelten Daten dem Bonitätsindex zu.

Während einige Unternehmen letztlich nur das Risiko berechnen wollen, sind andere Institutionen sogar per Gesetz dazu verpflichtet, die Bonität des Verbrauchers zu ermittelt. So müssen Banken beispielsweise immer die Bonität des Kreditnehmers überprüfen, bevor ein neuer Kredit genehmigt wird.

Bonitätsindex: Erklärung der Kreditwürdigkeit

Selbst nachdem Sie einer Kategorie im Bonitätsindex einer Auskunftei zugeordnet wurden, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, ob Sie kreditwürdig sind oder nicht. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Auskunfteien zwar Daten sammeln und auswerten, die Bewertung der Bonität selbst jedoch nicht bindend ist. So gesehen funktioniert der Bonitätsindex nur als Hilfestellung für den Vertragspartner.

Ergo ist es auch möglich, trotz negativer Bewertung einen Vertragsabschluss zu bewerkstelligen. Die Chancen hierfür steigen jedoch stark an, je besser der ermittelte Score Wert ist. Unter dem Strich unterliegt die Einschätzung, ob Sie kreditwürdig sind, letztlich dem Vertragspartner.

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So beeinflussen Sie ihren Score Wert

Der Score Wert wird insbesondere durch offene Zahlungen sowie bestehende Verträge und Kredite seitens des Verbrauchers beeinflusst. Um den Score positiv zu beeinflussen, müssen offene Zahlungen beglichen und Kredite gemäß der vereinbarten Raten abgezahlt werden.

Auf der anderen Seite sorgen negative Einträge, beispielsweise aufgrund ausstehender Zahlungen, für einen schlechten Score Wert. Ist die Begleichung von offenen Rechnungen oder Raten auf herkömmlichem Weg nicht möglich, sollten andere Optionen gesucht werden, den Score zu verbessern und die Einordnung in den Bonitätsindex zu beeinflussen.

Um die Bonität wiederherzustellen, gilt die Umschuldung als eine der effektivsten Möglichkeiten. Hierbei wird ein Kredit mit geringeren Raten aufgenommen, um einen anderen Kredit mit ungünstigen Konditionen vollständig abzahlen zu können. Auf diese Weise sinkt die monatliche Belastung der Haushaltskasse, wodurch mögliche weitere ausstehenden Zahlungen beglichen werden können.

Sofern der Vertragspartner der Auskunftei signalisiert, dass eine ausstehende Zahlung beglichen wurde, wird entsprechender Eintrag aus der Datenbank entfernt und der eigene Score Wert somit verbessert. Auf diesem Weg kann die Einstufung im Bonitätsindex besser ausfallen.

Auch kann das Zahlungsverhalten sowie der Umgang mit Konten und Kreditkarten entscheidend für die Bewertung durch Auskunfteien sein. Ausschlaggebend hierfür ist die Tatsache, dass viele Mitgliedsunternehmen die Daten ihrer Kunden regelmäßig an die Auskunfteien übermitteln.

Besitzen Sie über mehrere Girokonten und Kreditkarten, während Sie zeitgleich häufig die Vertragsbeziehungen zu den jeweiligen Finanzinstituten wechseln, kann auch dies zu einer negativen Einstufung im Bonitätsindex führen. Aufgrund der kurzen Vertragslaufzeiten kann die Kreditwürdigkeit nur eingeschränkt bewertet werden. Deshalb ist es ratsam, möglichst wenige Girokonten zu eröffnen und die Anzahl der Kreditkarten zu beschränken.

Bewertung einholen

Trotz großer Sorgfalt: Auskunfteien arbeiten nicht immer fehlerfrei. So ist es nicht unüblich, dass beglichene Forderungen noch nicht aus der Kartei eines Verbrauchers gestrichen wurden. In den meisten Fällen ist dies dem Umstand geschuldet, dass etwaige Auskunfteien nicht über die beglichene Forderung informiert wurden. Ein fehlerhafter Score Wert kann die Folge und somit nachteilig für Sie sein. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass Sie sich mindestens ein Mal pro Jahr über ihre Bewertung informieren. Kosten müssen Sie hierbei nicht befürchten, da Auskunfteien gesetzlich dazu verpflichtet sind, Verbrauchern einmal jährlich eine kostenlose Bonitätsauskunft zu erteilen.

Um eine Auskunft anzufordern, müssen Sie lediglich ein Formular auf der Internetpräsenz der Auskunftei ausfüllen. Zu beachten gilt, dass die kostenlose Bonitätsauskunft meist in Papierform erfolgt und unter Umständen mehrere Wochen vergehen können, ehe die Auskunft bei ihnen ankommt.

Sollten Sie ihre Auskunft schnell benötigen, so bleibt die Möglichkeit, die Daten online anzufordern. So sind die Daten zwar innerhalb kürzester Zeit abrufbar, jedoch lassen sich die Auskunfteien einen solchen Service gut bezahlen. Je nach Auskunftei können für die Online-Bonitätsauskunft zwischen 15 und 30 Euro anfallen.

Keinesfalls sollte die Auskunft über externe Dienstleister eingeholt werden, um unnötige Ausgaben zu verhindern. Etwaige Anbieter lassen sich das Anfordern von Daten gut bezahlen, obwohl Sie die Selbstauskunft innerhalb weniger Minuten und mit geringem Aufwand am PC beantragen können.

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Dritte auf diesem Weg an Daten bezüglich ihrer Bonität geraten können. Sollten Sie Einblick über ihre Daten wünschen und wissen wollen, wie sie im Bonitätsindex eingestuft wurden, sollte die Auskunft in jedem Fall direkt bei der Auskunftei angefordert werden.

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